Antrag: Bericht Alleinerziehende

 

Die Rede von Thorsten Blümlein (es gilt das gesprochene Wort)

Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren,

es ist allgemein bekannt und auch in zahlreichen Studien nachgewiesen, dass Alleinerziehende und damit natürlich auch ihre Kinder, einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt sind. Das Armutsrisiko von Kindern Alleinerziehender ist in den letzten 10 Jahren um 7% gestiegen, während es bei Paarfamilien um 12% gesunken ist! Insgesamt wachsen hierzulande ca. 2,3 Mio. Kinder bei nur einem Elternteil auf. Meistens bei der Mutter, denn 9 von 10 Alleinerziehenden sind Frauen.

Aber immerhin 70% von ihnen sind berufstätig, meist jedoch in Teilzeit, um Haushalt und Familie besser managen zu können. Deshalb reicht das Einkommen häufig auch nicht aus, um den Unterhalt für sich selbst und ihre Kinder zu decken. 50% der Alleinerziehenden sind deshalb auf Sozialleistungen angewiesen. Für Hessen explizit, stieg die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die HarzIV beziehen. Landesweit waren in 2015 144405 Minderjährige betroffen – rund 10150 mehr als in 2011. Galten 2011 noch 13,3% der jungen Menschen als arm, waren es in 2015 bereits 14,4%. Viele von ihnen lebten außerdem schon über einen längeren Zeitraum in Armut. Insgesamt waren 57,2% aller armen Kinder im Alter von 7 bis 15 Jahren mindestens bereits drei Jahre lang auf Sozialleistungen angewiesen. Vor allem bei Alleinerziehenden ist den Daten zu folge das Armutsrisiko groß. Fast die Hälfte ( 45,7%) aller betroffenen Kinder wuchs bei nur einem Elternteil auf.

Im Kreis Groß-Gerau, sind 17,4% der Kinder betroffen ( in Zahlen 7914 Kinder). Damit liegt der Kreis Groß-Gerau leider über dem Hessenweiten Durchschnitt mit 14,4%. Soviel zur allgemeinen Situation. Meine Damen und Herren, um die Lebenssituation von im Kreis Groß-Gerau lebenden Alleinerziehenden und sich daraus ergebender nötiger sozialpolitischer Maßnahmen besser einschätzen zu können, haben wir diesen Antrag eingebracht. Politik muss Kinderarmut bekämpfen und berücksichtigen, was die Kinder brauchen. „Bislang berücksichtigt das staatliche Unterstützungssystem zu wenig, welchen Bedarf Kinder tatsächlich haben. Die Existenzsicherung müsse sich daran orientieren, was Kinder für gutes Aufwachsen und Teilhabe brauchen“, betont Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung. „Nur so könne Kinderarmut wirksam bekämpft werden.“

Deshalb meine Damen und Herren fordere ich Sie auf , den Berichtsantrag der AfD-Fraktion zu unterstützen. Danke!

 

Videoaufzeichnung der Rede

 

 

 

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