Rede zum TOP „Wilhelm-Arnoul-Schule, Ausbau zur Ganztagsschule“, 18.6.2018

Hier die Rede von Dalida Dittmar zum TOP  „Grundschule Wilhelm-Arnoul-Schule, Ausbau zur Ganztagsschule, Erweiterung um Mensa und Aula, Abriss der Gebäudeteile A, B und E“, Kreistagssitzung 18.6.2018

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Hier die Rede in Textform (es gilt das gesprochene Wort)

Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren,

selbstverständlich sind wir als AfD für die bestmöglichen Voraussetzungen für eine gute Bildung unserer Kinder, dazu gehören auch anständige Schulgebäude. Trotzdem können wir nicht ruhigen Gewissens zusehen, wie hier wieder ein weiterer Schritt hin zur verpflichtenden Ganztagsschule gemacht wird.

In der Baubeschreibung steht unter Aufgaben im letzten Satz (ich zitiere): „Hierzu soll die Identifikation der Kinder mit ihrer Schule als Lernumfeld und Lebensraum gestärkt werden, ebenso soll die Entwicklung von einer Ganztagsbetreuung hin zu einer Ganztagsschule ermöglicht und vollzogen werden.“ (Zitatende)

Wir sind durchaus dafür, dass es eine Ganztagsbetreuung gibt, die Vorteile für Berufstätige, für Kinder aus sozial schwachen Familien, oder für Kinder, die noch nicht gut deutsch sprechen, liegen auf der Hand. Aber: Muss man, was für einige vielleicht das beste ist, gleich für alle zur Pflicht machen? Immerhin ist die Eigenverantwortung der Eltern für ihre Kinder in Artikel 6 Absatz 2 des Grundgesetzes verankert. Dort heißt es: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“

Und da stehen wir vor einem riesigen Dilemma: Die Kinder sollen, nach Wunsch einiger Befürworter, bis 17 Uhr in der Schule sein. Vielleicht wird es dann noch das ein oder andere Kind geben, das in einem Verein aktiv sein, oder ein Instrument auf einem höheren als nur Bläserklassenniveau spielen möchte, und ebenfalls ganz wichtig: einfach nur Zeit zum Spielen haben möchte, und zwar ganz ohne Aufsicht irgendwelcher Erwachsener! Vielleicht isst man dann gemeinsam zu Abend, und dann geht es auch schon bald ins Bett. Wo bleibt da noch Zeit Erziehungsrechten und -pflichten nachzukommen, geschweige denn Zeit für die Familie?!
Nach allen Gesprächen, die ich bisher zum Thema geführt habe, mit Eltern, Erziehern, Lehrern, Schülern, und händeringend nachwuchssuchenden Verantwortlichen von Orchestern und anderen Vereinen, kann ich nur zum Schluss kommen: Verpflichtende Ganztagsschule liegt nicht im Interesse der breiten Bevölkerung, fragen Sie sie!

Meine Damen und Herren, es gab Zeiten, da war das deutsche Bildungssystem eines der besten weltweit, und zwar ganz ohne Ganztagsbeschulung. Da hat man von Anfang an Diktate geschrieben und nicht solche unsäglichen Experimente wie Schreiben nach Gehör praktiziert. Vielleicht sollte man auch wieder mehr dahin kommen, jedes Kind in dem zu fördern, was es am besten kann und zwar dort, wo es am besten für es ist. Nicht jedem Kind muss vor lauter Chancengleichheit das Abitur ermöglicht werden, dann wird dieses nämlich irgendwann nichts mehr wert sein.

Die AfD wird sich bei dieser Abstimmung enthalten.

Vielen Dank!

Veröffentlicht in AfD Fraktion im Kreistag GG, Reden.