unveröffentlichte Leserbriefe: Händchen falten, Köpfchen senken und an Josef Stalin denken

Groß Gerauer Echo vom 3.5.2016 Seite 12 und Seite 23

Leserbrief zu den Themen

  1. „Sorge über Erfolg rechtspopulistischer Parteien“ – Jung und Reichenbach (CDU) diskutieren mit Schülern in Groß Gerau
  2. „Zerlegt sich die AfD selbst?“ – Zypris (SPD) diskutiert mit Schülern über Populisten

„Händchen falten, Köpfchen senken und an Josef Stalin denken“

Dieses „Morgengebet“ einer Dorfschule der DDR fiel mir beim Lesen dieser beiden Artikel spontan ein. Ich hatte es als Kind während eines Besuchs bei meiner Großmutter von dortigen Schulkindern gelernt, und ich konnte damals noch nicht verstehen, warum es meiner Mutter im Westen nicht gefiel.

Ich hatte in der BRD das Glück, eine Bildung zu genießen, die auf „Individualität“, nicht auf Indoktrination ausgerichtet war. Ist sie das noch?

Im „Politiklexikon für junge Leute“ ist u.a. nachzulesen:

Indoktrination ist eine Beeinflussung mit dem Ziel, jemanden eine bestimmte Einstellung oder Meinung aufzudrängen oder gar vorzuschreiben. In der politischen Bildung ist das nicht erlaubt.  Das wird auch Überwältigungsverbot genannt. Demnach dürfen Lernende mit keiner Meinung indoktriniert werden. Ziel der politischen Mündigkeit ist es nämlich, sich eine eigene Meinung bilden zu können und nicht von einer dritten Person gesagt zu bekommen, welche politische Einstellung man haben soll.

Frage an die jungen Leute, die Eltern, die Gesellschaft:

Ist die politische Mündigkeit noch das Ziel?

Welche Ziele haben Politiker, die mit den oben genannten  Themen in Schulen junge Leute ansprechen?

Wollen wir ein Morgengebet:
„Händchen falten, Köpfchen senken und an CDU / SPD/ … denken?

C. F., Büttelborn

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